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    Das Foto zeigt ein fahrerloses Transportsystem

    Wie an der Schnur gezogen - FTS: Es blinkt, piept und fährt

    Irgendwas fehlt doch da! So oder so ähnlich dürfte die erste Reaktion sein, wenn man zum ersten Mal einem fahrerlosen Transportsystem (FTS) begegnet. „Hä, was für’n Ding?“. Das ist dann wohl die zweite Frage, die man sich stellen könnte. FTS ist aber eigentlich ganz einfach und schnell erklärt: Eine Art Hubwagen oder eine so genannte Ameise fahren an einen bestimmten Ort in einer Produktionshalle, nehmen dort Paletten mit soeben produzierten Gütern auf und fahren diese in den Versandbereich. Dort werden dann die Kartons etikettiert und versandfertig gemacht, um danach verladen zu werden. Hört sich wenig spektakulär an und passiert so tausendfach an jedem Tag. Der einzige aber gravierende Unterschied beim FTS ist, dass weit und breit kein Mensch zu sehen ist, der die Palette zieht, fährt, steuert, was auch immer.

    Wo sich ein Fahrzeug bewegt, sollte auch ein Mensch sein – beim FTS nicht!


    Da muss man dann ein zweites oder auch drittes Mal hinsehen und sich die Augen reiben. Weil eigentlich nicht sein kann, was nicht sein darf. Denn überall, wo sich Fahrzeuge bewegen, wird automatisch auch ein Mensch erwartet, der steuert. Das ist man bei Autos, Fahrrädern, Rasenmähern, Staubsaugern und eben auch bei Hubwagen so gewöhnt. Bei Autos gibt es schon seit einiger Zeit groß angelegte Versuche, die Fahrzeuge ohne aktiven Piloten zu steuern, und auch Rasenmäher und Staubsauger düsen mittlerweile wie von Geisterhand geführt über das zu bearbeitende Terrain. Aber herrenlose Helfer in Produktion und Logistik? Ja, das FTS ist bereits ein kleiner Bestandteil von Industrie 4.0, Internet der Dinge oder auch der vierten industriellen Revolution. Egal, wie man es auch nennen mag, die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, und so wird es in einigen Jahren wohl fast normal sein, dass viele Tätigkeiten ohne aktive menschliche Beteiligung ausgeführt werden. Gerade im Bereich der Produktion und des Versandes eines Unternehmens fallen naturgemäß viele Aufgaben an, die sich wiederholen und auch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Das ist für jeden Menschen auf Dauer ermüdend, die Konzentration leidet und mit der Zeit auch die Qualität der Arbeit und der Ergebnisse daraus.

    Menschen werden woanders gebraucht


    Meist wird die Arbeitskraft an anderer Stelle vielleicht viel dringender gebraucht, um motiviert und zielgerichtet den Kunden mit guter Arbeit und guter Ware zufrieden zu stellen. Wie an der Schnur gezogen fahren auch bei MENSHEN die internen Transportmittel von Geisterhand gesteuert durch die Hallen. Anfangs ist man noch respektvoll in einem großen Bogen um sie herum gelaufen. Mittlerweile gehört das FTS bei MENSHEN zur täglichen Arbeit dazu und alle wissen, dass sie niemand gefährdet oder gar umgefahren wird. Bei täglich bis zu 400 Paletten, die von Finnentrop versandt werden und über 60 Sattelzügen, die abgehen, ist das eine enorme Entlastung. Und die nach wie vor dringend benötigte menschliche Arbeitskraft kann woanders im Unternehmen nachhaltiger eingesetzt werden. Dank FTS!

     

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    Über den Autor

    Christian Nöh

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